Ja, auf dem Gehäuse von Smartphones befinden sich Krankheitserreger. Allerdings nicht ganz so viele, wie manche Horrormeldungen vermuten lassen. Und es gibt relativ einfache Methoden, mit denen sich die Anzahl der Keime stark reduzieren lässt.

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Mobiltelefone sind Keimschleudern, ist des Öfteren zu lesen. Und tatsächlich zeigen diverse Untersuchungen, dass sich auf dem Gehäuse von Smartphones – vor allem auf dem Bildschirm – Krankheitserreger in größerer Zahl befinden.

„Die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken, ist beim Anfassen eines Mobiltelefons genauso hoch wie beim Anfassen von Türklinken öffentlicher Toiletten“, erläutert Dr. Cain von der American Academy of Family Physicians.

Laut einer Umfrage im Auftrag des Hightech-Branchenverbands BITKOM ekeln sich folgerichtig 15 Prozent der Deutschen davor, das Mobiltelefon anderer Leute zu benützen. Frauen (18 Prozent) sind dabei misstrauischer als Männer (13 Prozent).

Auf dem Bildschirm von Smartphones befinden sich Krankheitserreger in nicht erschreckender, aber doch unter Umständen gesundheitsgefährdender Zahl. Wichtig ist es daher, das Gerät regelmäßig zu reinigen. (Foto: Jessica Gale)

Auf dem Bildschirm von Smartphones befinden sich Krankheitserreger in nicht erschreckender, aber doch unter Umständen gesundheitsgefährdender Zahl. Wichtig ist es daher, das Gerät regelmäßig zu reinigen. (Foto: Jessica Gale)

Vorsichtige Entwarnung

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Hochschule Furtwangen lässt sich jedoch als vorsichtige Entwarnung betrachten: Laut der Untersuchung mit dem knappen Titel „Bacteria on smartphone touchscreens in a German university setting and evaluation of two popular cleaning methods using commercially available cleaning products“ sind die Bildschirme von Smartphones „nur mäßig mit Mikroorganismen belastet“.

Konkreter: Die Wissenschaftler um Dr. Markus Egert haben in ihrer Studie auf den Bildschirmen eine durchschnittliche Gesamtkeimzahl von 1,37 pro Quadratzentimeter gemessen. Dies sind ungefähr 100 Mal weniger Mikroben als auf der menschlichen Hand oder auf dem häuslichen Toilettensitz.

50 Prozent der entdeckten Keime gehörten allerdings zur Risikogruppe 2, waren also potentiell krankheitserregend – darunter auch Fäkalbakterien wie Escherichia coli.

Empfehlenswerte Reinigungsmethoden

Zur hygienischen Reinigung empfehlen die Wissenschaftler saubere Mikrofasertücher. Damit lassen sich immerhin etwa 80 Prozent der Keime entfernen. Noch wirkungsvoller sind alkoholische Brillenputztücher, mit denen sich die Anzahl der Keime um bis zu 96 Prozent reduzieren lässt. Allerdings empfehlen die Hersteller von Smartphones meist, die Bildschirme nur trocken zu reinigen.

Lediglich etwa jeder vierte Mobiltelefonbesitzer (27 Prozent) reinigt laut der BITKOM-Umfrage die Oberfläche des Geräts „bewusst und intensiv“. Knapp die Hälfte (49 Prozent) säubert sie lediglich „gelegentlich und flüchtig“, beispielsweise durch Abwischen an der Kleidung. Jeder Achte putzt sein Handy sogar nie. Und nicht einmal jeder fünfzigste Handy-Besitzer säubert sein Gerät wöchentlich.

„Gerade jetzt in der Erkältungszeit ist eine regelmäßige Reinigung von Displays und Tastaturen sinnvoll“, sagt dazu der BITKOM-Experte Bernd Klusmann.

Quellen: Hochschule Furtwangen, Springer, BITKOM