Das Aufsteigenlassen von Drohnen hat sich fast schon zum Volkssport entwickelt: Im Jahr 2015 wurden in Deutschland schätzungsweise 300.000 solcher Fluggeräte verkauft. In den kommenden Jahren wird sich diese Zahl voraussichtlich vervielfachen. Aber nicht jeder ist damit zufrieden, seine Drohne einfach nur gemächlich über Übungsplätzen oder dem eigenen Grundstück fliegen zu lassen: Wer etwas mehr Adrenalin braucht, der interessiert sich stattdessen für Drohnen-Rennen.

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 Need for Speed Racing-Drohnen müssen härteren Anforderungen gerecht werden als ihre gemächlicheren Verwandten – und benutzen daher leistungsfähigere Motoren, größere Akkus sowie stabilere Gehäuse. Bildquelle: Shutterstock [Chesky]

Bei diesem neuen Trendsport, der auch unter den Bezeichnungen „Drone-Racing“ und „FPV-Racing“ bekannt ist, steuern die Drohnenbesitzer ihre Quadrocopter durch Hinderniskurse – meist in Hallen, gelegentlich aber auch unter freiem Himmel. Diese Kurse sind so knifflig, dass es nicht ausreicht, die Drohnen lediglich aus der Entfernung zu sehen, um sie steuern zu können. Stattdessen erhalten ihre Piloten über eine Brille Live-Bilder einer eingebauten Kamera, erleben den Flug also aus der Ich-Perspektive. (Daher kommt auch die Bezeichnung „FPV-Racing“: „FPV“ steht für „First Person View“.)

„Drone-Racing verleiht jedermann die Fähigkeit, wie ein Superheld zu fliegen“, beschreibt es anschaulich Dr. Scot Refsland, Vorsitzender der International Drone Racing Association.

Bis zu 190 Kilometer pro Stunde

Prinzipiell gibt es zwei Arten von Rennen: Entweder treten mehrere Drohnen direkt gegeneinander an, fliegen also gleichzeitig dieselbe Strecke. Oder aber sie fliegen auf Zeit, legen die Strecke also nacheinander zurück.

Die Drohnen erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 190 Kilometern pro Stunde. Und Abstürze sind keine Seltenheit. Daher sind herkömmliche Drohnen für Drone-Racing-Piloten vergleichsweise nutzlos: Stattdessen verwenden sie in der Regel spezielle Drohnen (oft auch selbst gebaut), die leistungsfähigere Motoren haben, stärkere Akkus und stabilere Gehäuse.

Mittlerweile sind die Drone-Racing-Fans so zahlreich, dass nicht nur kleinere private Rennen, sondern auch größere Veranstaltungen stattfinden. Darunter einige ebenfalls in Deutschland und in Österreich. Zu den bekanntesten gehören das „FPV Airrace“ im saarländischen Bexbach und der „FPV Racing World Cup“ im salzburgischen Henndorf.

Von der Nische zum Mainstream

Seit 2015 gibt es mit der Drone Racing League eine weltweite kommerzielle Liga für Drohnen-Rennen. Im Laufe des Jahres 2016 sollen vier Veranstaltungen stattfinden, in denen die Piloten sich für das abschließende Weltmeisterschaftsrennen qualifizieren können.

Für ein möglichst großes Amüsement des Pub­likums sorgen sollen dabei unter anderem aufgeregte Kommentatoren und über 100 Leucht­dioden pro Drohne, die dabei helfen, die einzelnen Drohnen voneinander zu unterscheiden.

Ein weiteres Zeichen dafür, dass sich Drone-Racing erstens zum Massensport und zweitens zum Zuschauersport entwickelt: Auch das Fernsehen beginnt sich für Drohnen-Rennen zu interessieren. Der bekannte Sportsender ESPN hat ein mehrjähriges Abkommen mit der International Drone Racing Association getroffen, um Drone-Racing-Wettbewerbe zu übertragen.

Racing-Videos

Drone-Racing ist tatsächlich nicht nur für die Teilnehmer spannend, sondern auch für die Zuschauer. Mittlerweile lassen sich bei YouTube zahlreiche von Racing-Drohnen aufgenommene Videos finden, denen es gelingt, die Faszination dieser neuen Sportart zu vermitteln.

hier ein Video

2016 World Drone Racing Championship

Auf der Veranstaltung „Drone Worlds“ findet vom 17. bis zum 22. Oktober auf Hawaii die „2016 World Drone Racing Championship“ statt. Drohnenpiloten aus über 30 Ländern wetteifern bei dieser Weltmeisterschaft und den begleitenden Rennen um Preise in Gesamthöhe von 200.000 US-Dollar.

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