Privatgespräche bleiben ab Mai auch im öffentlichen Raum privat. Voraussetzung sind lediglich die Investition von 249 Dollar und die Bereitschaft, in der Öffentlichkeit wie ein Vollidiot auszusehen.

Bild: Hushme

Hi-Tech-Knebel

Nein, der freundlich dreinblickende Herr oben im Bild hat keine kiefernothopädische Behandlung hinter sich. Er möchte nur gerne privat plaudern. Auch wenn er gerade im Zug sitzt. Dieses Ding um seinen Mund, das ihn aussehen lässt, wie Darth Vader von unten, nennt sich Hushme und sorgt dafür, dass niemand in dessen Umgebung zu hören bekommt, wie er gerade sein Tête-à-Tête vom Vorabend in der gebührenden Detailtreue nochmals im Gespräch Revue passieren lässt. Vorbei sind die Zeiten, in denen wir sagen mussten „Du, ich sitze gerade im Zug, ich ruf dich später zurück“. Es kann locker flockig über alles gequatscht werden, egal, wo wir gerade sind und egal, worüber wir reden.

Für die eingangs erwähnten 249 Euro erhält der Nutzer dieses formschöne Gerät, das erstens die Stimme den Sprechenden deutlich nach außen abdämpft, zweitens den Rest noch mit Geräuschen nach außen übertönt. Ich freue mich jetzt schon auf die kommenden Zugfahrten, wenn ich von allen Seiten mit Wind, Wellen und ähnlichen Lauten „beglückt“ werde, die von allen Seiten zu mir dringen. Da bekomme ich ja schon von den Geräuschen eine Erkältung!

Eingebaut ist natürlich auch ein Kopfhörer, damit der Nutzer auch mitbekommt, was am anderen Ende der Leitung gesprochen wird. Endlich können Geschäftsleute auch den letzten Rest öffentlichen Raum privatisieren. Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind eigentlich bombastisch. Etwa Telefonsex in der U-Bahn. Vielleicht sollte ich … Ach nee, lassen wir das!

Quelle: Mashable