Eines der ersten Highlights der CES durfte sich Honor an die Fahnen heften. Einige Monate nach der ersten Vorstellung für den asiatischen Raum wurde das Honor 6X in Las Vegas offiziell auch für den europäischen Markt angekündigt. Wir klären, ob sich das Warten gelohnt hat. 

So lange man sich für die Vorstellung Zeit ließ, so schnell ging es dann mit dem Marktstart: Das Mittelklasse-Phone ist seit dem 4. Januar zum Preis von 249 Euro in unseren Breitengraden erhältlich. Was uns in etwa erwartet, wussten Fans der Huawei-Tochter allerdings schon länger, tauchte das Honor 6X doch bereits Ende letzten Jahres auf dem Radar auf – es ging bislang aber lediglich in Asien über die Ladentische. Zwei Versionen hatte Honor im Köfferchen, wobei vorerst nur eine auf den hiesigen Markt geworfen wurde. Die bietet 32 GB Festspeicher und 3 GB RAM, die etwas stärke Variante mit 4 GB RAM und doppeltem Speichervolumen soll in den nächsten Monaten folgen.

Fahren wir gleich mit den technischen Details fort. Um ausreichend Performance kümmert sich ein HiSilicon Kirin 655 aus eigener Fertigung, der auf acht Kerne zugreifen kann. Vier Cores sind mit 2,1 GHz getaktet, vier weitere mit 1,7 GHz. Beim Vorgänger, dem Honor 5X, setzte der chinesische Hersteller noch auf Snapdragon-Power mit einer deutlich geringeren Taktung.

Standard-Display

In Sachen Bildschirm bleibt alles beim Alten. Soll heißen: Im Vergleich zum Vorgänger gibt es hier kein Upgrade, das IPS LCD-Panel misst weiterhin 5,5 Zoll in der Diagonale. Honor folgt damit dem aktuellen Trend. Full HD geht bei diesen Abmessungen vollends in Ordnung, die Pixeldichte liegt bei 400 ppi. Die Inhalte werden knackig scharf dargestellt, wer mag, kann in Sachen Farbsättigung und Helligkeit verschiedene Einstellungen vornehmen. Grundsätzlich gibt es nichts zu bemängeln, wenngleich die maximale Helligkeit nicht mit der Leistungsspitze mithalten kann.
Eingelassen ist die Hardware in ein Gehäuse aus Aluminium, das 8,2 Millimeter an der dicksten Stelle misst. In Länge und Breite ist das Honor 6X im Vergleich zum 5X minimal geschrumpft, was für Bestnoten in puncto Haptik sorgt. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang: Honor setzt überraschend nicht auf USB Typ C, stattdessen kommt noch die alte microUSB-Buchse zum Einsatz. Der Fingerprintsensor hingegen hat den Wandel mitgemacht, er ist nun rund, wie bei fast allen neueren Geräten von Huawei respektive Honor.

Aus Eins mach Zwei

Die optisch auffälligste Neuerung sitzt allerdings über dem Fingerprintscanner: Die Kamera. Honor bietet mit dem 6X laut eigener Aussage das günstigste Gerät mit Dual-Knipse und tatsächlich waren im Rahmen unseres Tests keine anderen Smartphones mit zwei Kameras in ähnlichen Preisgefilden zu entdecken. Im Test konnten die zwei Linsen allerdings nur bedingt überzeugen. Bei optimalen Lichtverhältnissen und einer ruhigen Hand gelingen einwandfreie Aufnahmen, allerdings auch wirklich nur bei einem optimalen Setting. Bei schlechteren Lichtverhältnissen neigt die 12 MP-Kamera dazu, Details unscharf darzustellen, außerdem benötigt der ansonsten flotte Phasen-Autofokus dann spürbar länger, um das gewünschte Motiv ins Auge zu fassen.

Starke Software

Die Frontkamera schießt Aufnahmen mit 8 MP, kämpft aber mit ähnlichen Problemen wie die rückseitigen Geschwister. Freilich ist das bei Selfies weit weniger tragisch, Luft nach oben ist aber auch hier vorhanden. Lob verdient indes die Software. Die wurde von den neuen Huawei-Modellen übernommen und nur einer leichten optischen Korrektur unterzogen. Ein Wisch nach rechts bringt Sie in das Modusmenü, ein Wisch in die entgegengesetzte Richtung öffnet die wichtigsten Einstellungen.

Grundsätzlich läuft auf dem Phone übrigens Android 6.0, das Update auf die aktuellste Version ist geplant. Wann es veröffentlicht wird, ist allerdings unklar. Das ist schade, werden die meisten aktuellen Geräte doch bereits mit Android 7.0 Nougat ausgeliefert – hier hat Honor eine Chance liegen gelassen. Bleibt zu hoffen, dass das Update alsbald ausrollt, als Ziel ist das zweite Quartal des Jahres angegeben. Die Emotion UI lässt sich aber nichts zu Schulden kommen, die bekannten Stärken (schlichter Aufbau, nicht zu überladen) kommen weiterhin zu tragen, die meisten vorinstallierten Apps können Sie zudem einfach deinstallieren.

Fazit

Das Honor 6X ist ein gelungenes Update zum Vorgänger, das lässt sich auf jeden Fall behaupten. Die hoch angepriesene Kamera zeigt allerdings einige Schwächen, in allen anderen Belangen ist ein Fortschritt festzustellen. Angesichts des Preises ein Schnäppchen.